Road Angel

Alles, was WIR uns zu Weihnachten wünschen, ist ein zweckmäßiges Geschwindigkeitsüberwachungssystem

All WE want for Christmas is a speed enforcement system fit for purpose

Auftritt Mariah!

Alles, was wir uns zu Weihnachten wünschen, ist nicht ein schnelleres Auto, weniger Geschwindigkeitsbegrenzungen oder eine Straffreiheit für die Einhaltung der Verkehrsregeln.

  • Es geht um Genauigkeit.

  • Ein System, das so funktioniert, wie es soll.

  • Und eine zweckmäßige Durchsetzung.

Das erscheint mir doch nicht zu viel verlangt, oder?

Die jüngste Enthüllung, dass fehlerhafte Geschwindigkeitskamerasysteme Fahrer fälschlicherweise wegen Geschwindigkeitsübertretungen erfasst haben, zeichnet jedoch ein weitaus beunruhigenderes Bild. Es geht nicht um eine einmalige technische Panne, sondern um ein tiefer liegendes, systemisches Versagen in der Konzeption, Steuerung und dem Vertrauen in die Durchsetzung von Geschwindigkeitsübertretungen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen immer noch davon ausgehen, dass Organisationen in Autoritätspositionen (Polizei, Kommunen, Regierungsbehörden) kompetent und ehrlich sind und im besten Interesse der Öffentlichkeit handeln. Diese Annahme ist die Grundlage für die Einhaltung von Regeln. Deshalb akzeptieren Autofahrer Strafen, zahlen Bußgelder und nehmen Punkte in Kauf, selbst wenn es schmerzt.

Geschichten wie diese stellen diese Annahme in Frage.

Wenn es zu Fehlern in diesem Ausmaß kommt, sind diese selten auf einen einzelnen Fehler, ein unzureichendes Update oder eine einzelne Person zurückzuführen. Sie deuten vielmehr auf tieferliegende Probleme hin: mangelhafte Aufsicht, unzureichende Verantwortlichkeit und eine Kultur, in der die Konsequenzen von Fehlern begrenzt oder verzögert werden. Bis die Öffentlichkeit davon erfährt, ist der Schaden bereits angerichtet.

Und dieser Schaden ist nicht abstrakt.

Geschwindigkeitskontrollen haben direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Bußgelder, Punkte im Führerscheinregister, höhere Versicherungsprämien, eingeschränkte Berufsaussichten. Für Berufskraftfahrer kann dies den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten. Für Autofahrer im Alltag können finanzielle und praktische Konsequenzen Monate oder Jahre dauern – alles basierend auf der Annahme, dass das System zur Durchsetzung der Regeln korrekt ist.

Diese Systeme unterliegen jedoch nicht denselben Standards wie gut geführte Privatunternehmen.

Würde ein Unternehmen ein System betreiben, das Kunden in großem Umfang fälschlicherweise benachteiligt, hätte dies rechtliche Schritte, Schadensersatzforderungen, behördliche Überprüfung und möglicherweise die Schließung zur Folge. Transparenz wäre unabdingbar. Verantwortlichkeit wäre nicht verhandelbar.

Öffentliche Einrichtungen unterliegen jedoch oft anderen Erwartungen. Es werden Entschuldigungen ausgesprochen. Überprüfungen werden versprochen. Man sagt, man habe daraus gelernt. Und dann geht der Kreislauf von vorne los.

Dieses Ungleichgewicht ist von Bedeutung.

Denn die Öffentlichkeit ist nicht bloß „Subjekt“ der Rechtsdurchsetzung. Sie ist Kunde eines Systems, das fair, präzise und vertrauenswürdig sein soll. Vertrauen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss verdient und bewahrt werden.

Das bedeutet, dass die Systeme der öffentlichen Strafverfolgung mit derselben Disziplin geführt werden sollten, die von jeder leistungsstarken Organisation erwartet wird: klare Verantwortlichkeiten, messbare Ergebnisse, unabhängige Prüfungen und spürbare Konsequenzen bei Verstößen gegen die Standards. Genauigkeit sollte kein „Nice-to-have“ sein, sondern die Grundvoraussetzung.

Nichts davon ist ein Argument gegen Verkehrssicherheit oder verantwortungsvolles Fahren. Ganz im Gegenteil. Eine wirksame Durchsetzung der Verkehrsregeln hängt von Glaubwürdigkeit ab. Sobald das Vertrauen in das System schwindet, sinkt auch die Einhaltung der Regeln.

Solange Genauigkeit und Verantwortlichkeit nicht als unabdingbar gelten, werden sich solche Vorfälle immer wieder ereignen. Und jeder einzelne untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit ein Stück weiter und bestärkt das Gefühl, dass Versagen nicht die Ausnahme, sondern ein systemimmanenter Faktor ist.

Ja, mein einziger Weihnachtswunsch ist ein funktionierendes System. Ein System, das präzise und nachvollziehbar ist und das Vertrauen der Bevölkerung, die es kontrolliert, verdient.

Das sollte wirklich nicht zu viel verlangt sein.

Greg Simpson