Road Angel

Kein Blitz, keine Warnung, keine Chance? London führt „unsichtbare“ Radarkameras ein

No flash, no warning, no chance? London rolls out ‘invisible’ speed cameras

Wer glaubt, er wisse, wie man einen Blitzer erkennt, irrt sich. Transport for London führt eine neue Generation von Kameras ein, die nicht nur Autofahrer erfassen, sondern ALLES überwachen.

 

Wir sprechen hier von Blitzlicht ohne Fahrbahnmarkierungen, ohne sichtbare Sensoren und einer Erfassung von bis zu 67 % mehr Fahrzeugen als bei älteren Systemen. Anders gesagt: Die Zeiten, in denen man eine Kamera rechtzeitig erkennen und die Geschwindigkeit anpassen musste, neigen sich dem Ende zu.

 

Das sind keine herkömmlichen Überwachungskameras. Die neuen Systeme nutzen hochauflösende 4K-Bilder und fortschrittliche Tracking-Technologie, um mehrere Fahrspuren gleichzeitig, unauffällig und kontinuierlich zu überwachen. Sie verzichten auf Blitzlicht, Straßensensoren und Fahrbahnmarkierungen. Stattdessen erfassen sie Fahrzeuge digital, sodass Sie möglicherweise überwacht werden, ohne es zu bemerken. Die Systeme funktionieren zudem Tag und Nacht unter allen Bedingungen.

 

Aus Sicht von TfL geht es darum, die Verkehrssicherheit zu verbessern, konsequentere Kontrollen durchzuführen und mehr Verkehrssünder ohne vorherige Warnung zu überführen. Für Autofahrer fühlt es sich an, als ob sich die Spielregeln mitten in der Fahrt geändert hätten.

 

Tatsächlich fahren die meisten Autofahrer nicht absichtlich zu schnell. Sie verpassen eine vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung, überschreiten auf einer Gefällstrecke leicht die zulässige Höchstgeschwindigkeit oder werden von wechselnden intelligenten Geschwindigkeitsregelungen auf Autobahnen überrascht. Früher gab es oft ein optisches Signal: einen Blitz, ein Kameragehäuse – etwas, das einem die Möglichkeit zur Korrektur gab. Heute merkt man unter Umständen gar nicht, dass man erwischt wurde, bis der Brief kommt.

 

Diese Verlagerung legt den Fokus deutlich stärker auf Aufmerksamkeit als auf Reaktion. Da die Überwachung zunehmend unsichtbar wird, müssen Autofahrer besser über Geschwindigkeitsbegrenzungen und deren Änderungen informiert sein. Hier kommt Technologie wie Road Angel ins Spiel: Sie liefert Echtzeitinformationen zu Geschwindigkeitsbegrenzungen, warnt vor Kameras und gibt Hinweise auf sich ändernde Straßenverhältnisse. So hilft sie Autofahrern, sich an die Regeln zu halten, anstatt von der Straße überrascht zu werden.

 

Und das ist nicht nur ein Problem in London. Was bei Transport for London beginnt, breitet sich oft in ganz Großbritannien aus. Angesichts der bevorstehenden Osterurlaube und Sommerreisen ist dies eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern, dass sich die Verkehrsregeln weiterentwickeln und die Autofahrer sich anpassen müssen.

 

Früher konnte man Geschwindigkeitskameras sehen. Heute muss man sie vorhersehen.


Sade Hackett